Freiklettern / Freeclimbing

Freeclimbing Freiklettern

Der Ausdruck Freeclimbing – oder auch: Freiklettern – beschreibt keineswegs das Klettern ohne Seil, wie man vielleicht vermuten würde. Beim Freeclimbing geht es vielmehr darum, zum Klettern lediglich den Felsen zu nutzen, was bedeutet, dass der Kletterer nur die natürlich vorhandenen Tritte und Griffe im Gestein zum Aufstieg nutzt. Material darf beim Freeclimbing nur zur Absturzsicherung eingesetzt werden, sobald der Kletterer das Material als Aufstiegshilfe einsetzt, spricht man nicht mehr vom Freiklettern sondern vom technischen Klettern. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn der Kletterer an einer Expresse zieht oder sich auf einen Bolt stellt.

Beim Freeclimbing gibt es ein umständliches und eher subjektives Bewertungssystem hinsichtlich der Schwierigkeit, das sich von Land zu Land unterscheidet. Allgemein kann festgestellt werden, dass die Schwere beim Freiklettern in Abhängigkeit von der Steilheit der Route oder/und der Griff- bzw. Trittgröße steht. Dabei gilt je kleiner die Griffe oder Tritte oder/und je steiler die Route desto anspruchsvoller/schwieriger wird die Kletterei bewertet.

Finger Taping beim Freeclimbing

Beim Freeclimbing muss jeder Griff sitzen. Ein kleinster Fehler reicht, um den Halt zu verlieren und abzustürzen. Daher ist es nötig, auf die wichtigsten „Arbeitsgeräte“, den Fingern, vor allem in Zeiten kleinerer Verletzungen in besonderer Weise zu achten.

Wie tape ich meine Finger richtig?

Entscheidend beim Tapen des Fingers ist es das Gelenk, sowie Bänder, Sehnen und Muskeln zu unterstützen und entlasten. Dabei ist es jedoch nötig, die Bewegungsfreiheit des Gelenkes sicherzustellen, zumal der Kletterer darauf angewiesen ist, um richtig greifen zu können. 

Daher gilt es folgende Schritte beim Finger Tapen zu beachten:

Begonnen wird an der Fingerbasis. Darauf folgt eine Umwicklung in der Nähe des Handgelenks sowie eine handinnenseitige Kreuzung bei einer gleichzeitigen Beugung von 30 bis 40 Grad des jeweiligen Fingers. Im nächsten Schritt geht es erst um die Mittelphalanx und schließlich als Achter kreuzend handflächenseits das Mittelgelenk bei einer Beugung von 30 bis 40 Grad zurück. Hierbei gilt jedoch der Grundsatz „weniger ist mehr“ zu beachten. Mit zu dicken Tapes ist niemanden geholfen. 

Wird ein Tape richtig angelegt kann es auch das Verletzungsrisiko verringern und beispielsweise Ringbandverletzungen vorbeugen.

Wann lohnt es sich, Tapes zu nutzen?

Tapes werden sowohl prophylaktisch als auch nach bei Verletzungen benutzt. Zur Vorbeugung sind diese aber nur an besonders gefährdeten Stellen von Vorteil. Sinn macht es jedoch, sobald sich Cuts oder Blasen ankündigen und drohen aufzuplatzen oder wenn bei einer Route gewisse Stellen besonders belastet werden. Kapsel- oder Bandverletzungen lassen sich durch Tapes dagegen kaum vermeiden. Von daher ist auch hier Umsicht und eigenverantwortliches Handeln gefragt. 

Tapes helfen in erster Linie, dass wir bei kleineren Blessuren nicht auf den Kletterspaß verzichten müssen. Diese stehen bei Kletterern schließlich an der Tagesordnung.

Nicht jedes Tape ist fürs Freeclimbing geeignet

Bei der Auswahl des richtigen Tapes ist äußerste Vorsicht geboten. Beim Klettern gilt es erschwerende Umstände wie Schweiß, Kalk und die Reibung der Griffe zu berücksichtigen. Klebeschwache Tapes lösen sich daher mitunter schnell von den Fingern und verlieren ihre Wirkung. Zudem können die losen Verbandreste einen enormen Störfaktor auslösen, der in der Höhe nicht ganz ungefährlich ist. Daher ist es mehr als ratsam, zu einem speziell für den Klettersport entwickelten Produkt zu greifen.

Im Internet werden immer häufiger elastische Kinesio-Tapes angeboten, mit denen typischerweise Schulter- oder Knieprobleme verarztet werden. Für den Klettersport sind diese allerdings gänzlich ungeeignet. Erforderlich ist ein unelastische Sporttape, das Belastungen standhält und verletzten Stellen die nötige Unterstützung liefern kann. Dabei kann es durchaus lohnenswert sein auch mal etwas tiefer in die Tasche zu greifen.