Kletter und Boulder Blog

Gefahren beim Klettern

Typ klettert auf einen Felsen

Ein Sport, den bereits viele Kinder intuitiv betreiben ist das Klettern. Es ist uns in die Wiege gelegt worden. Kaum ein Mensch hat in seinem Leben noch niemals einen Baum oder einen kleinen Hügel bestiegen.

Auch hier lauern bereits kleine Gefahren. Diese sind jedoch im Vergleich zu der Sportart Klettern mit all seinen Facetten verschwindend gering. Es handelt sich hier um einen Risikosport, der nicht unterschätzt werden sollte.

Wie gefährlich ist Klettern?

Grundsätzlich gibt es Gefahren, die bei allen Seiten des Sports ein Risiko bilden. Hier kommt es natürlich auch die Art des Kletterns an. Je extremer, desto höher ist auch die Unfallgefahr.

Nicht jede der Gefahren ist unmittelbar zu erkennen oder führt sofort zu offensichtlichen Verletzungen. Es kann auch andere Arten der Gefahr geben. Sie sollten also ein wenig weiter Denken, wenn es um das Thema Klettern geht.

Es gibt Unterschiede zwischen einer Belastung oder auch einer richtigen Verletzung. Und diese haben auch verschiedene Ursachen. Bei dem Sport kommt es nicht nur auf die körperliche, sondern auch die geistliche Fitness an.

Allen voran steht die Konzentration. Wenn Sie sich mental nicht fit fühlen, dann sollten Sie die Klettertour lieber auf einen anderen Tag verschieben. Mangelnde Konzentration führt sehr häufig zu Unfällen.

Auch die Angst und Überschätzung kann Ihnen sehr schnell zum Verhängnis werden. Panikattacken können sich häufen und das führt unweigerlich dazu, dass Ihr Körper aufgibt. Ein Sturz oder eine Verletzung sind vorprogrammiert.

Ebenso ist es bei der eigenen Überschätzung. Die Menschen neigen dazu immer mehr zu wollen, als Ihr Körper leisten kann. Gehen Sie also vorsichtig an Ihre Grenzen und steigern Sie das Kletterniveau Schritt für Schritt.

Diese Fehler beim Klettern können Sie mit einer bewussten Herangehensweise bereits im Vorfeld eliminieren. Beim Klettern Verletzungen vorzubeugen ist ein wichtiger Schritt für einen guten Kletterer.

Die häufigsten Verletzungen beim Klettern

Wie bei jedem Sport, gibt es auch beim Klettern typische Verletzungen, die immer wieder bei den unterschiedlichsten Menschen auftauchen. Hiermit müssen Sie als Sportler also unweigerlich rechnen.

Typ klettert neben dem Wald einen Fels hinauf

Die Schulter

Zu den Gefahren beim Klettern zählt in erster Linie die Schulter. Es ist ratsam beim Klettern an einer Wand oder dem Berg immer mal wieder eine Ruhepause einzulegen. Viele Menschen raten dann dazu die Schultern auszuschütteln.

Und genau in dieser Phase ist die Belastung auf die Schulter am höchsten. Wenn Sie ruhen, dann wird der Radius der Bewegung der Schulter maximal ausgenutzt. Ihr gesamtes Gewicht hängt nun an der Schulter und dem Arm.

Die Muskulatur entspannt sich durch das ausschütteln, jedoch leiert die Schulter bei diesem Vorgang immer mehr und mehr aus. Ist die Verletzung erst einmal aufgetreten, dann lässt sich das nicht mehr wieder beheben.

Die einzige Chance, die Sie dann noch haben, ist eine Art Stütze. Die umliegende Muskulatur wird so trainiert, dass die Muskeln das Gelenk in der Schulter unterstützen. Jedoch bekommen Sie nicht mehr den Urzustand zurück.

Vermeiden lässt sich das, wenn Sie darauf achten, in den Ruhepausen die Schulter nicht zu sehr hängenzulassen. Versuchen Sie Ihr Schulterblätter zusammenzuziehen und achten Sie darauf, dass die Schulter nicht bis zu Ihrem Ohr kommt.

Achten Sie außerdem auf ein Ausgleichstraining der Schulter und Arme. So können Sie hier wichtige Muskeln aufbauen, die die Schulter zusätzlichen schützen.

Die Überbelastung

Durch den extremen Sport werden viele Dinge im Körper überbelastet. Dazu zählt nicht nur die Schulter. Häufig betroffen sind davon die Sehnen und Gelenke an den Fingern, Armen und Schultern.

Sollten Sie Beschwerden an den Sehnen haben, dann müssen Sie umgehend reagieren. Eine Entzündung lässt sich nur sehr schwer therapieren und ist in der Regel sehr langwierig. Im Vorfeld lässt sich das sehr gut abwenden.

Sorgen Sie dafür, dass die Belastungen nicht zu einseitig und zu extrem sind. Das bedeutet, Sie brauchen einen Ausgleich, der die Sehnen in einer anderen Art belastet als das Klettern. Wichtig ist aber auch das Aufwärmen.

Wenn Sie diesen Vorgang vernachlässigen oder gar nicht durchführen, dann kommt es sehr schnell dazu, dass die Sehnen sich entzünden. Bereiten Sie Ihren Körper mit dem richtigen Aufwärmen auf das Klettern vor.

Zu den Gefahren beim Klettern zählen auch die Schmerzen in den Ellenbogen. Diese haben die gleiche Ursache wie die Sehnen. Die Gelenke schmerzen, weil Sie häufig nur in einer Richtung belastet werden.

Sorgen Sie dafür, dass genug Abwechslung in die Bewegungen kommen: Das erreichen Sie mit einem Ausgleichssport. Wichtig ist es, den Körper in unterschiedliche Bahnen zu lenken. Nur so werden Sie gesund und fit bleiben.

Die Verletzungen

Verletzungen durch das Klettern kann viele Ursachen haben. Je nachdem für welche Kletterart und für welche Umgebung Sie sich entschieden haben, können diese natürlich sehr unterschiedlich ausfallen.

Die häufigsten Verletzungen entstehen dabei durch einen Sturz. Entscheidend für die Schwere der Verletzung ist hierbei natürlich die Umgebung. In einer Felswand wird der Sturz schlimmer sein, als in einer Kletterhalle, die nur eine bedingte Höhe aufweist.

Wichtig um einen Sturz zu vermeiden ist auch die Ausrüstung. Sie müssen also nicht nur körperlich und geistig fit sein, sondern auch eine sehr gute Ausrüstung haben.

Achten Sie darauf, dass das Material keine Abnutzungen aufweist und verwenden Sie niemals Kletterutensilien, die Sie gebraucht gekauft haben. Die Überprüfung der einzelnen Dinge sollte vor jedem Klettern durchgeführt werden.

Eine weitere typische Verletzung ist das Ringband im Finger. Hier kommt es zu einer Überbelastung oder auch zu einem Riss. Ein Ausgleichssport kann gerade in den Finger nur wenig bewirken.

Dieses Ringband ist jedoch sehr wichtig für das Klettern. Eine Verletzung sollte hier also nicht unterschätzt werden. Sobald Sie eine Verletzung vermuten, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Die Behandlung der Finger kann sonst sehr langwierig werden. Außerdem haben Sie bei der Ausheilung nur einen mäßigen Erfolg.

Ausgleichstraining zum Klettern

Durch die einseitige und sehr starke Belastung bestimmter Körperteile, ist ein Ausgleichssport zum Klettern nicht nur sinnvoll, sondern für die langfristige Gesundheit ein absolutes Muss.

Es gibt hier unterschiedliche Arten, die auch von zu Hause aus durchgeführt werden können. Einige Übungen lassen sich perfekt in den Alltag einbauen. Sie brauchen also nicht viel Zeit für den Ausgleich zu investieren.

Mit einem kleinen Thera Band lassen sich die Finger zum Beispiel sehr gut trainieren. Sie können hier die Finger strecken und beugen und dass unter einer anderen Belastung als es beim Klettern der Fall ist.

Die Sehnen und Bänder werden also auf eine andere Weise belastet und damit beugen Sie der einseitigen Belastung vor. Das Verletzungsrisiko wird an dieser Stelle also erheblich gemindert.

Auch für den Unterarm kann das Band genutzt werden. Ebenso für die Schultern. Es gibt hier verschiedene Übungen, die den Bewegungen beim Klettern effektiv entgegenwirken und so die Muskulatur trainieren.

Es gibt aber auch Möglichkeiten, ohne so ein Band einen gewissen Ausgleich zu finden. Gerade in der Damenwelt ist Yoga sehr beliebt und das ist perfekt um die richtige Balance zu finden.

Es ist jedoch wichtig, dass die Yogaübungen genau ausgeführt werden. Nur so kann ein Ausgleich stattfinden. Für den Anfang sollten Sie sich also einem Yoga Kurs oder einen Yoga Lehrer anschließen.

Es gibt aber auch jede Menge Übungen, die Sie durchführen können ohne jegliche Hilfsmittel. Übungen, die am Boden oder auch im Stehen durchgeführt werden. Hierzu finden Sie im Internet zahlreiche Anregungen.

Ebenso kann Laufen, Radfahren oder auch Schwimmen sehr effektiv sein. Auch CrossFit oder Zumba wären Sportarten, die als Ausgleich dienen. Wichtig ist nur, dass Sie etwas finden, was andere Belastungen aufweist.

Bei dem Ausgleichstraining geht es darum, die Muskeln, die Sie für das Klettern benutzen, anders zu beanspruchen. Sollte die Belastung ähnlich wie beim Klettern sein, dann wirkt das nicht unbedingt positiv auf Ihre Gesundheit.

Warum sind die Gefahren beim Bouldern ebenso hoch

Bouldern ist eine Kletterart, die ohne jegliche Sicherungen stattfindet. Die Sportler bewegen sich hier an Felswänden, Felsblöcken oder auch an der Kletterwand ohne Kletterseil oder einen Gurt.

Die Kletterhöhe ist hier nicht so hoch gesetzt wie bei dem herkömmlichen Klettern. Es sollte immer nur so hoch sein, dass der Sportler bequem abspringen kann ohne ein zu hohes Verletzungsrisiko.

Dennoch sind die Gefahren beim Klettern hier auch sehr hoch. Diese bewegen sich jedoch hauptsächlich auf den unteren Bereich des Körpers. Die meisten Verletzungen sind also an den Beinen zu verzeichnen.

Das Risiko eine Verletzung liegt darin unkontrolliert abzuspringen und dann nicht richtig auf dem Boden aufzukommen. Häufig kommt es hier zu Bänderrissen oder auch Dehnungen, da das Fußgelenk umknickt.

Aber auch die Überbelastung ist hier natürlich ein großes Thema. Es werden beim Bouldern die gleichen Muskeln und Sehen beansprucht, wie das auch bei dem herkömmlichen Kletterarten der Fall ist.

Also auch bei dieser Art ist das wichtigste der Ausgleich. Ein Training, welches der Belastung beim Klettern entgegenwirkt, ist die effektivste Vorbeugung gegen Verletzungen und Abnutzung. 

Klettertechnik – mit der richtigen Technik die höchsten Gipfel erklimmen

Klettern wird als sportliches Hobby immer beliebter. Kletterhallen mit Indoor- und Outdoor-Parcours entstanden in den letzten Jahren in immer mehr Städten. Auch Anfänger zieht es immer öfter an die Kletterwände. Die richtige Technik ist dabei wesentlich entscheidender als pure Kraft.

Man in blue tank top climbing on brown rocky mountain

10 Tipps für die beste Klettertechnik

Gerade als Neueinsteiger in das Klettern sollten einige Dinge beachtet werden. Sicherlich sieht es bei den Profis oft sehr leicht aus, wenn diese die unterschiedlichsten Kletterwände erklimmen. Bis dahin ist es jedoch ein weiter Weg. Die nachfolgenden Tipps helfen Ihnen, Ihre eigene Klettertechnik aufzubauen und stetigzuverbessern.

Tipp 1: Die richtige Vorbereitung

Bevor es an die Kletterwand geht, sollten Sie sich entsprechend vorbereiten. Neben der richtigen Ausrüstung – die man in allen Kletterhallen auch ausleihen kann – zählt zu einer guten Vorbereitung auch das Aufwärmen und Dehnen.

So wird der Körper auf die bevorstehende Anstrengung vorbereitet, die Durchblutung der Muskeln gefördert und die nötige Flexibilität der Sehnen, Bänder und Gelenke hergestellt. Das macht Ihnen nicht nur das anschließende Klettern einfacher, es hilft auch Verletzungen vorzubeugen.

Tipp 2: Vorausschauendes Klettern

Gute Kletterer können die bestmögliche Route an der Kletterwand lesen. Als Anfänger mag das etwas schwierig erscheinen, mit der Zeit und etwas Erfahrung werden Sie aber schnell erkennen, welche Route sich an einer Kletterwand am besten eignet.

Mit der richtigen Antizipation der besten Route können Sie Ihren Kletterweg möglichst optimal abschätzen und so nicht nur Kraft sparen, sondern auch Ihre Klettertechnikverbessern. Eine gute Möglichkeit dafür ist, am Ende jeder Kletterroute den gegangenen Weg noch einmal zu rekapitulieren und mögliche Verbesserungen zu finden.

Tipp 3: Dosierung der Kraft

Gerade beim Greifen an die Griffe der Kletterwand, sowie beim Hochziehen verwenden die meisten Anfänger viel zu viel Kraft. Hier kommt es auf die richtigeDosierung an. Das schontdieMuskeln und fördert die Ausdauer. So können Sie am Ende länger an der Wand bleiben und höher klettern.

Der Schlüssel dazu liegt in der Entspannung von Schulter und Rücken beim Klettern. Hier machen besonders Beginner die meisten Fehler. Bleiben Sie dagegen entspannt, können Sie auch in Ruhe über die nächsten Schritte an der Kletterwand nachdenken und so die optimale Route zum Weiterklettern finden.

Tipp 4: Die eigene Körperposition

Um so wenig wie möglich Kraft aufwenden zu müssen, sollten Sie den Schwerpunkt des eigenen Körpers so nah wie möglich an der Wand halten. Das schont nicht nur die Muskelkraft, sondern verbessert gleichzeitig die Balance und Koordination.

Ein Zurücklehnen von der Wand kann dann sinnvoll sein, wenn Sie die nächsten Schritte Ihrer Kletterroute planen wollen. Das sollten Sie immer dann tun, wenn Sie einen festen Stand und Griff haben.

Tipp 5: Statisches Klettern

StatischeBewegungen beim Klettern schonen Kraft und Ausdauer und verbessern gleichzeitig das Balance-Gefühl an der Kletterwand. Die beste Kontrolle haben Sie, wenn Sie den Körper nur durch Aktivierung der entsprechenden Muskeln hoch- bzw. seitwärts schieben, während beide Hände und Füße sicher an der Wand stehen.

Das Gewichtzuverlagern, während Sie eines der Gliedmaßen bewegen ist nicht nur anstrengender, es kann Sie auch schnell aus der Balance bringen. Daher bewegen Sie den eigenen Körper immer erst, wenn Ihre Füße und Hände optimal platziert sind.

Tipp 6: Dynamisches Klettern

Auch die dynamischeKlettertechnik kann in vielen Situationen nützlich sein. Sie sollte immer dann angewendet werden, wenn der nächste Fixpunkt mit der statischen Klettertechnik nicht erreicht werden kann.

Die Bewegung wird dabei flüssig und zügig ausgeführt, um nicht unnötige Kraft aufzuwenden. Üben lässt sich dies am besten mit Griffen in entsprechender Nähe. Sie werden merken, wie Sie sich nach und nach verbessern, um auch weiter entfernte Griff- und Trittpunkte zu erreichen. Eine trainierte Oberkörpermuskulatur sowie starke Arme und Schultern sind Grundvoraussetzung für das dynamische Klettern.

Tipp 7: Ruhepunkte nutzen

Beim Klettern kommt es nicht immer auf Geschwindigkeit an. Wer sich an der Kletterwand auch zwischendurch eine kurzeAuszeit gönnt, wird mit der Zeit auch seine Klettertechnik verbessern können.

So können kurze Pausen genutzt werde, um die letzten Kletterschrittezuanalysieren und die nächstenzuplanen. Außerdem kann kurz Kraftgetankt werden für die nächsten Kletterabschnitte. Am besten entscheiden Sie schon vor Beginn des Kletterns, wo Sie kleine Pausen an der Wand einbauen können.

Tipp 8: Das richtige Fallen

Wer hoch klettert, fällt früher oder später auch mal hinunter. Das ist nicht weiter schlimm. Jeder gute Kletterer ist in seinem Leben schon öfter gefallen. Wichtig ist dabei, es mit der richtigen Technik zu tun.

Nur wer fällt, weiß wo seine Grenzen liegen – und kann diese dann auch überwinden. Dabei ist es wichtig, jederzeit die Kontrolle über den eigenen Körper zu behalten – auch beim Fallen. Am besten lässt sich das Trainieren, indem Sie sich an einer sicherenundnichthohenStelle absichtlich fallen lassen. So lässt sich auch die unterschwellige Angst vor dem Fallen reduzieren, das Gehirn weiß dann: „So schlimm war es ja gar nicht.“

Um Verletzungen beim Fallen zu vermeiden, beachten Sie die folgenden Punkte:

Achten Sie immer darauf, dass Ihr potenzieller Sturzraum, also der Raum unter Ihnen, frei von anderen Personen und Gegenständen ist.

Halten Sie das Sicherungsseil immer frei von Geräten und Körperteilen.

Um den Sturz kontrollieren zu können, stoßen Sie sich im Moment des Fallens mit den Füßen von der Wand ab.

Halten Sie die Füße immer in Richtung Wand, um sich im Schwingen an der Wand abfangen zu können.

Man in green shirt climbing on rocky mountain

Fazit zur Klettertechnik

Klettern erfreut sich aufgrund seiner Vielseitigkeit immer größerer Beliebtheit. Es ist ein Sport, den man auch gut gemeinsam, bei Gruppen- oder Teamausflügen erleben kann. Die richtigeTechnik ist hierbei entscheidend, um sich selbst und sein Können an immer neue Grenzen zu bringen.

Das Erlernen der richtigen Klettertechnik dauert einige Zeit. Daher seien Sie nicht frustriert, wenn Sie nicht sofort die Kletterwände so erklimmen, wie es die Profis tun. Stecken Sie sich einfach immer neue Ziele und probierenSieverschiedeneDinge aus. So werden Sie mit der Zeit Ihre Klettertechnik immer weiter verbessern. Um die größten Fehler von Beginn an zu vermeiden, schauen Sie sich dieses Video an:

Klettern mit der Bouldern Technik – so einfach geht´s

Kletterhallen für die Freizeitbeschäftigung werden immer beliebter. Viele bevorzugen dabei die Bouldern Technik, um die künstlichen Felswände zu bezwingen. Doch was ist das genau? Worauf sollte man achten und wie kann Bouldern erlernt werden?

Was ist die Bouldern Technik?

Bereits als Kinder verspüren wir oft den natürlichen Drang an Dingen hochzuklettern. Das Klettergerüst auf dem Lieblingsspielplatz aus der Kindheit ist wohl auch heute noch vielen ein Begriff.

Natürlich wenden wir als Kinder noch keine bestimmte Technik an, sondern folgen unserem natürlichen Bewegungsdrang. In den modernen Kletterhallen sind heutzutage alle Altersklassen anzutreffen. Ganz gleich, ob Kinder, Erwachsene oder Senioren – beim Klettern zählt der Spaß an der Bewegung auf dem Weg zum Gipfel.

Dabei kann der eigene Körper ganz neu kennengelernt werden, die Balance und Koordination wird trainiert und natürlich auch die Ganzkörperkraft. Je nach eigener Erfahrung stehen in den Kletterhallen dazu verschiedene Kletterwände mit unterschiedlichsten Schwierigkeitsgraden bereit.

Das Bouldern stellt eine spezielle Form des Kletterns dar. Vom englischen „boulder“ = „Felsblock“ abgeleitet, wird dabei ohne Gurt und Seil in Absprunghöhe geklettert. Meist besteht der klassische Boulder nur aus 4 bis 8 Kletterzügen. Dennoch wird dadurch erreicht, dass der Kletterer an seine Leistungsgrenze gebracht wird.

Für viele Kletterer, die nach der Bouldern Technik den Sport betreiben, liegt genau in dieser Erfahrung der eigenen Leistungsgrenze und dem Verbessern dieser der besondere Reiz an der Sportart.

Gleichzeitig ist Bouldern aber auch für Einsteiger gut geeignet. Da im Gegensatz zum herkömmlichen Klettern keine komplizierten Sicherungstechniken erlernt werden müssen, eignet sich die Bouldern Technik hervorragend für ein erstes Reinschnuppern in die Welt des Kletterns.

In geringer Höhe können dabei unterschiedliche Bewegungsabläufe beim Bouldern erprobt und so der Spaß am Klettern spielerisch gesteigert werden. Außerdem bietet das Bouldern folgende Vorteile:

  • Geringer Zeitaufwand
  • Wenig Equipment notwendig
  • Kein Kletterpartner notwendig
  • Kommunikative Atmosphäre
  • Geringes Risiko, da in geringer Höhe.

Durch das bodennahe Klettern beim Bouldern ist diese Technik auch als Gruppen- oder Firmenevent hervorragend geeignet. Besonders durch diese kommunikativen Gruppenerlebnisse gewinnt das Bouldern und damit auch der Klettersport auch in nicht alpinen Regionen immer mehr an Beliebtheit.

Was beim Bouldern beachtet werden sollte

Um ein möglichst positives Klettererlebnis zu erleben, sollten die folgenden 5 Tipps zu Herzen genommen werden.

Tipp: Die richtige Ausrüstung zum Bouldern

Klettern, insbesondere das Bouldern ist auch deshalb so beliebt, da es nur wenig Ausrüstung bedarf. Wichtig sind die richtigen Schuhe, damit der entsprechende Halt an der Kletterwand gegeben ist. Hier sind die wichtigsten Dinge, die du zum Bouldern benötigst:

Festes Schuhwerk

Am besten geeignet sind spezielle Kletterschuhe, für das erste Ausprobieren genügen auch feste Turnschuhe.

Chalk und Chalkbag

Für den perfekten Halt an den Griffen der Kletterwand werden die Hände mit Magnesiapulver (Chalk) getrocknet. Diese wird im Chalkbag verstaut. In jeder Kletterhalle kann dies auch ausgeliehen werden.

Griffbürste

Durch die häufige Benutzung der Griffe an der Kletterwand können diese verschmutzen und so ihren Halt verlieren. Mit einer Griffbürste kannst du diese während des Kletterns reinigen, um so mehr Halt zu bekommen.

Tipp: Bouldern ist Kopfarbeit

Sicherlich wird zum Bouldern auch Muskelkraft benötigt. Viel mehr jedoch verlangt das Bouldern den spezifischen Krafteinsatz an den richtigen Stellen und damit eine gute Koordinationsfähigkeit der Bewegungsabläufe.

Das wichtigste dabei ist: auch komplexe Bewegungsabläufe möglichst kraftsparend zu absolvieren. Zu viel Muskelmasse kann dabei als Zusatzgewicht sogar hinderlich sein. Nur wer von Anfang an die Bewegungsabläufe des Boulderns verinnerlicht, kann sich und seine Bouldern Technik stetig verbessern.

Tipp: Safety First!

Auch wenn das Bouldern in eher geringen Höhen stattfindet, die Sicherheitsvorkehrungen sollten immer eingehalten werden, um ernsthafte Verletzungen zu vermeiden. Dazu gehören insbesondere:

Der Sturzraum unter dem Boulder muss immer freigehalten werden!

Beim Bouldern in höheren Positionen sollte immer eine zweite Person mit ausgestreckten Armen unter dem Boulderer stehen, um diesen bei einem Absturz in eine stabile Fallposition zu bringen!

Nicht aus hohen Höhen abspringen! Beim höheren Bouldern sollten immer erst einige Griffe nach unten abgeklettert werden, bevor auf die Matten abgesprungen wird.

Vor dem Absprung den Sturzraum beobachten! Es darf niemals vom Boulder abgesprungen, wenn sich Personen oder Hindernisse im Sturzraum befinden.

Tipp: Geduld ist die Mutter des Erfolgs

Wer eine Kletterhalle betritt, sieht oft, wie erfahrene Boulderer mit scheinbarer Leichtigkeit die dortigen Kletterwände erklimmen. Natürlich gelingt einem Einsteiger das nicht sofort. Auch erfahrene Boulderer haben einmal klein angefangen.

Selbst wenn es am Anfang schwierig erscheint, jeder, der mit dem Bouldern anfängt, sollte sich bewusst sein, dass noch kein perfekter Boulderer vom Himmel gefallen ist. Auch von kleineren Rückschlägen darf man sich daher nicht entmutigen lassen.

Durch Ausprobieren kann man beim Bouldern am besten lernen und sich damit stetig verbessern. So erlernt man stetig neue Techniken und Bewegungsabläufe, die einen dazu bringen auch immer komplexere Boulder nach und nach zu bezwingen.

Tipp: Bouldern im Freien ist noch einmal etwas ganz anderes

Wer schon einige Zeit in diversen Kletterhallen an unterschiedlichsten Bouldern verbracht hat, dem kommt oft die Sehnsucht danach, die erlernten Techniken auch an echten Felsen auszuprobieren.

Sicherlich ist dagegen nichts einzuwenden. Schließlich ist das Bouldern in der Natur an echten Felsen ein atemberaubendes Erlebnis und kann selbst mit der besten Kletterhalle nicht verglichen werden.

Allerdings sollten hierbei einige Dinge unbedingt beachtet werden:

Ein Felsen ist keine Kletterwand!

Im Gegensatz zu Kletterhallen hat bei natürlichen Felsen niemand Griffe angebracht, die einen guten Boulder-Weg ermöglichen. Es muss also immer selbst ein Weg gefunden werden, wo man sich am besten abstützen und greifen kann.

In der Natur herrschen keine Sicherheitsvorkehrungen!

Jeder Kletterhallen-Betreiber ist auf die Einhaltung der Sicherheitsmaßnahmen bedacht, um mögliche Risiken auszuschließen. In der Natur ist das nicht so. Jeder, der im Freien bouldert, muss also selbst auf seine Sicherheit achten.

Der Absprungraum ist nicht mit Matten ausgelegt!

Unter einer Kletterwand liegen spezielle Matten, die einen Absprung abfedern. Wer im Freien bouldert, kann sich mit sogenannten Crashpads behelfen. Dies sind tragbare Matten, die unter den Boulder gelegt werden können.

Niemals allein im Freien bouldern!

Das Risiko für Verletzungen beim Bouldern am Fels ist wesentlich höher als in einer Halle. Daher empfiehlt es sich, immer mindestens zu zweit auf eine Boulder-Tour ins Gelände aufzubrechen. So kann man sich gegenseitig helfen und im Notfall kann einer Hilfe holen.

Außerdem sollten beim Bouldern im Freien auch die allgemeinen Benimmregeln beachtet werden. Das bedeutet keinen Müll zurückzulassen, offenes Feuer zu vermeiden und die Natur und die Lebewesen zu respektieren.

Klettern mit Kindern – worauf geachtet werden sollte

Das Klettern scheint uns schon von Kindesbeinen an in die Wiege gelegt zu sein. Kaum ein Sprössling, der nicht gerne Stühle und Tische in der Wohnung oder das Klettergerüst auf dem Spielplatz erklimmt. Daher ist auch der Klettersport perfekt für Kinder geeignet. Worauf Sie achten sollten, wenn Sie Ihren Nachwuchs vom Klettern begeistern wollen, erfahren Sie bei uns.

Ab wann können Kinder mit zum Klettern genommen werden?

Das perfekte Alter zum Beginn des Kletterns kann nicht genau bestimmt werden. Wichtig ist, dass das Kind aus eigener Motivation Spaß am Klettern hat und sich nicht zu sehr vor der Höhe fürchtet.

Außerdem müssen natürlich die motorischen Fähigkeiten entsprechend ausgebildet sein. Dazu gehört zum einen die Hand- und Fußkoordination. Zum anderen aber auch die Kraft des Kindes, um das eigene Körpergewicht selbst halten zu können.

Um diese Eigenschaften festzustellen, beobachten Sie Ihr Kind am besten beim alltäglichen Spielen und versuchen Sie dabei die folgenden Fragen zu beantworten:

  • Hat es Spaß daran an Gegenständen herumzuklettern?
  • Besteigt es bei Spaziergängen gerne große herumliegende Steine oder Bäume?
  • Erklimmt es von sich aus das Klettergerüst auf dem Spielplatz?

Wenn Sie diese Voraussetzungen bei Ihrem Kind feststellen können, ist das ein gutes Zeichen dafür, dass das Kind Spaß am Klettern hat. Dann können Sie auch darüber nachdenken, es mit in eine Kletterhalle zu nehmen. Boulderhallen eignen sich dazu am besten, da hier keine speziellen Sicherungsgurte notwendig sind.

Darauf sollten Sie beim Kinder Klettern achten

Das Klettern bringt automatisch ein gewisses Risiko mit sich. Mit den folgenden Tipps halten Sie dieses so gering wie möglich und schaffen die besten Voraussetzungen dafür, dass Ihr Kind Freude am Klettersport entwickelt.

  1. Kein Zwang

Jeder Mensch macht nur die Dinge gerne, die ihm Spaß machen. Bei Kindern ist dies noch ausgeprägter. Zwingen Sie Ihr Kind daher nicht zum Klettern. Wenn es nicht will, dann will es eben nicht.

Die kindliche Freude am Klettern zu wecken ist aber meist einfacher als gedacht. Beginnen Sie am besten mit ganz kleinen Bouldern, die dem Kind schnell ein Erfolgserlebnis vermitteln. So wird es automatisch Spaß an der Sache entwickeln.

  1. Safety First

Als Erwachsener sind Sie für Ihr Kind verantwortlich. Das bedeutet auch, dass Sie bereits im Vorfeld die gewählten Kletterrouten aussuchen und einschätzen müssen. Haben Sie selbst noch nicht so viel Erfahrung im Klettern, holen Sie sich Hilfe von den Mitarbeitern der gewählten Kletterhalle.

Achten Sie auch immer darauf, dass das Kind bei einem Absturz sicher landet. Am besten stellt sich immer ein Erwachsener unter das kletternde Kind. Im Falle eines Sturzes kann das Kind so sicher aufgefangen oder zumindest „gespottet“ werden. So nennt man es, wenn ein stürzender Kletterer im Fallen in eine sichere Fallposition gebracht wird.

  1. Stellen Sie klare Regeln auf

Stellen Sie vor Beginn des Kletterns klare Regeln auf, an die sich das Kind halten muss. Dazu gehört auch die Verabredung klarer Kommandos, auf die das Kind hören muss. Nur so können Sie gewährleisten, dass das Risiko minimiert wird.

Kinder werden schnell hibbelig und vergessen in der Aufregung des Kletterns schnell die vereinbarten Regeln und Kommandos. Als Erwachsener sollten Sie daher das Kind immer im Blick haben und gegebenenfalls zwischendurch an die vereinbarten Regeln erinnern.

  1. Stellen Sie den Spaß in den Vordergrund

Ein Kind, welches gerade anfängt zu klettern, macht das vor allem, weil es ihm Spaß macht. Das können Sie perfekt für sich nutzen. Versuchen Sie ab und zu kleine Spiele einzubauen, um das Kind bei Laune zu halten.

Sicherlich ist es auch wichtig, dem Kind die Basics des Kletterns beizubringen. Allerdings sollten Sie nicht versuchen es mit ausführlichen Erklärungen über verschiedenste Klettertechniken zu langweilen. Hat ein Kind erst einmal Spaß am Klettern gefunden, so wird es seine eigene Klettertechnik mit der Zeit von selbst verbessern.

  1. Machen Sie aus dem Klettertag ein positives Erlebnis

Wenn Kinder das erste Mal klettern gehen, so sollte das in positiver Erinnerung bleiben. Neben dem Spaß am Klettern können Sie den ganzen Tag drumherum ebenso gut ausschmücken. Beispielsweise indem Sie nach der Klettertour mit Ihrem Kind noch etwas tolles Essen gehen oder im Anschluss die Großeltern oder Freunde des Kindes besuchen, wo es von seinen neuen Erlebnissen und Eindrücken erzählen darf.

Fazit zum Klettern mit Kindern.

Die meisten Kinder klettern von Natur aus gerne. Diesen natürlichen Bewegungsdrang können Sie nutzen, um dem Kind den Klettersport nahezubringen. Klettern ist eine gute Auslastung für Kinder, da sie hierbei gleichzeitig ihre Kraft und Koordination verbessern, sowie ihr eigenes Körpergefühl neu erfahren können.

Wenn Sie einige kleine Tipps beim Klettern mit Ihren Kindern beachten, werden diese mit Sicherheit schnell Spaß an der Sache entwickeln. Klettern eignet sich auch hervorragend als gemeinsame Aktivität für Familienausflüge und schweißt Ihre Familie dadurch noch besser zusammen.